BLOCKCHAIN NEWSROOM - Web 3.0 – Connect Wallet statt E-Mail und Passwort


Lesezeit: 3 Minuten

Web 3.0: Idee aus 2014, Geld aus 2021 

Ohne E-Mail-Adresse, Passwort und Nutzerkonto läuft im Internet nichts mehr. Auf jeder Website wird ein neuer Account gefordert, so dass man um einen Passwortmanager nicht mehr herumkommt. Auf manchen Websites findet man inzwischen den Button „Connect Wallet“, also Wallet verbinden. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, sein Blockchain Wallet direkt mit den Dienstleistungen der Website zu verbinden. So können Geschäfte direkt mit der Website ohne Notwendigkeit eines Intermediäres wie einem Zahlungsdienstleister oder Makler erledigt werden.  Der Begriff des Web 3.0 wurde erstmalig in 2014 vom Ethereum Mitgründer Gavin Wood geprägt. Dieser versteht unter Web 3.0 ein dezentralisiertes Internet, das in den Händen der Nutzer und nicht der Plattformen liegt. Wood kritisierte 2014, dass Unternehmen wie Facebook mit den Inhalten ihrer Nutzer Geld verdienen und die Nutzer größtenteils leer ausgehen, wenn nicht sogar durch personalisierte Werbung einen Nachteil erfahren. Eben diese Idee wurde dieses Jahr von Elon Musk im Rahmen des Twitter Kaufs erwähnt, dass Twitter mithilfe eines handelbaren Kryptoassets Likes für Nutzer zu einem tatsächlichen handelbaren Asset machen könnte. So könnten Nutzer unmittelbar Eigentum an ihren Tweets halten, statt diese wie gehabt der Plattform schenken. Twitter würde so zu einem Marktplatz für Kurznachrichten werden. Den Begriff Web 3.0 hört man im Jahr 2022 recht häufig, da Risikokapitalgeber hier wieder große Möglichkeiten wittern. Alleine in 2021 haben Kapitalgeber über 30 Mrd. USD in Blockchain Startups investiert. Die Investitionen haben dazu beigetragen, dass Softwareentwickler sich zunehmend für den Blockchain Bereich interessieren und auch von etablierten Technologieunternehmen abwandern, wie Prof. Isabell Welpe von der TU München berichtet.  

Web 3.0 auch im Mainstream angekommen 

Die meisten der Web 3.0 Anwendungen werden bisher von Krypto Enthusiasten genutzt: DeFi Protokolle oder ReFi Trading Plattformen sind hochspezifische Usecases, die für den normalen Verbraucher wenig Anknüpfungspunkte haben. Interessant ist daher, ob sich Elemente des Web 3.0 in schon existierende Internetplattformen integrieren lassen. 

Das bekannte Onlineforum Reddit hat sich erst im Oktober 2022 dem Web 3.0 geöffnet. Bisher konnten die Nutzer anderen Nutzern Auszeichnungen für besonders hilfreiche Beiträge vergeben. Diese Auszeichnungen kann der Nutzer außerhalb der Plattform nicht verwenden, so hatten diese einen eher spaßigen Charakter. Nun haben die täglich 52 Millionen aktiven Nutzer von Reddit (Vergleich: Instagram hat 500 Millionen tägliche Nutzer) die Möglichkeit ihre Auszeichnungen als Blockchain Token in einem Wallet zu verwahren und auch außerhalb der Reddit Plattform zu verwenden oder zu verkaufen. Auch wenn dies nicht nach einer Revolution klingt, ist dies der Anfang einer neuen Denkweise des Internets: Plattformen agieren nicht mehr verschlossen und abgeschottet voneinander, sondern können Nutzer durch die Blockchain Technologie miteinander verbinden.  

Instagram hat in den USA zu Beginn des Jahres ebenfalls die Möglichkeit vorgestellt Blockchain Tokens unmittelbar auf seiner Plattform zu handeln. 

Nicht nur Likes auf der Blockchain  

Das Konzept Auszeichnungen oder Bilder, wie Panini Sticker nun Digital zu handeln und zu verwahren scheint nicht unbedingt eine technische Revolution darzustellen. Das Startup Propy hat sich zur Aufgabe gemacht Immobilientransaktionen per Blockchain abzubilden. Im Februar diesen Jahres hat das Unternehmen eine Vierzimmerwohnung in Florida als Blockchain Token für 653.163 Dollar verkauft. Der Inhaber des Tokens ist auch der Inhaber einer Holding Gesellschaft, die wiederrum die Immobilie hält. So kann der Token ohne Notartermin oder ähnliches gehandelt werden und bringt das Eigentum an der Immobilie mit sich. Ein Sprecher des Startups bestätigte, dass die Transaktionen erfolgreich waren, die Regulierung aber noch nicht vollständig hinterhergekommen sei.  

Die Firma Heartstocks aus Liechtenstein hat sich zur Aufgabe gemacht Aktien als Blockchain Token zu emittieren. Hierfür wenden Sie Liechtensteiner Recht an, das explizit die Ausgabe von Aktien als Blockchain Token erlaubt ohne ein Asset Backing oder regulatorische Unsicherheit. Der Plan des Gründerteams ist die Infrastruktur für Kapitalmaßnahmen der Zukunft zu schaffen und blockchainbasierte Börsengänge im regulierten Umfeld zu schaffen.  

Denkt man hier weiter, besteht also im Web 3.0 technisch die Möglichkeit einen Einkauf im Internet direkt mit einer tokenisierten Aktie zu bezahlen, die man selbst verwahrt.

Die Kehrseite der Medaille 

Wie bei jeder anderen jungen Technologie auch, sind im Web 3.0 noch einige Stolpersteine zu überwinden: Betrug, Hacks und überhöhte Erwartungen gehören in den Anfängen zu jeder neuen Technologie. Im Februar 2022 wurden dem Web 3.0 Spiel Axie Infinity 620 Millionen Dollar an Kryptoassets geklaut, da einer der Ingenieure versehentlich ein Computervirus auf seinem Arbeitscomputer heruntergeladen hat und Hackern so den Zugriff ermöglichte.   

“Web 3.0 kommt und es kann Dir gehören, werde Teil davon”, ist Yonne-Luca Hack überzeugt. 

(c) Stock

Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.



Zurück
Zurück

MEINUNG A.D. - Ein Koffer voller Erinnerungen

Weiter
Weiter

AKTIEN NEWSROOM - Coinbase – Eine unspektakuläre Erfolgsstory