BLOCKCHAIN NEWSROOM - Das Rezept für einen Bankenzusammenbruch


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Das Rezept für einen Bankenzusammenbruch

Man nehme eine Portion Durationsrisiko, einen erhöhten Liquiditätsbedarf und eine sehr homogene Kundenstruktur.

Die Änderung der Zinssätze kann den Wert einer Anleihe verändern, wobei längere Laufzeiten in der Regel empfindlicher auf Veränderungen der Zinssätze reagieren als kürzere Laufzeiten. Wenn die Zinssätze steigen, sinkt der Wert von Anleihen mit längerer Laufzeit im Allgemeinen stärker als der von Anleihen mit kürzerer Laufzeit.

Das Durationsrisiko beschreibt das Risiko, das mit Veränderungen der Zinssätze in Bezug auf die Laufzeit (Dauer) von Anleihen oder anderen festverzinslichen Wertpapieren verbunden ist.

Eine Bank mit einem hohen Durationsrisiko ist anfälliger für Verluste durch Veränderungen der Zinssätze, da sie möglicherweise eine große Menge an festverzinslichen Wertpapieren mit langen Laufzeiten in ihrem Portfolio hält. Wenn die Zinssätze steigen, kann der Wert dieser Anleihen sinken, was zu Verlusten für die Bank führen kann.

Wenn Kunden an ihr Geld wollen, kann die Bank Schwierigkeiten haben, diese Forderungen zu erfüllen, insbesondere wenn sie nicht über genügend liquide Mittel verfügt, um die Abhebungen zu bedienen. Wenn die Bank dann gezwungen ist, ihre festverzinslichen Wertpapiere zu verkaufen, um Liquidität für die Forderungen der Kunden zu schaffen, kann sie gezwungen sein, dies zu einem niedrigeren Kurs zu tun, da die Zinssätze gestiegen sind und der Wert ihrer Anleihen gesunken ist. Dies kann zu einem zusätzlichen Verlust führen, der das Kapital der Bank weiter verringert.

Wenn die Verluste zu groß sind und das Kapital der Bank aufgebraucht, kann sie letztendlich zahlungsunfähig werden und bankrott gehen. In diesem Fall würde die Einlagensicherung in der Regel die Einlagen der Kunden bis zu einem bestimmten Betrag schützen, aber die Anleger könnten dennoch Verluste erleiden, insbesondere wenn sie größere Einlagen haben als die von der Einlagensicherung gedeckte Grenze.

Dieser Fall ist in diesem Jahr bei der Silicon Valley und zuletzt bei der First Republic Bank eingetreten und hat die FED dazu veranlasst, Banken eine 100% Beleihung ihrer Staatsanleihen zum Nennwert zu erlauben, um ihre Anleihen nicht auf dem offenen Markt verkaufen zu müssen und damit nicht zu einem noch größeren Preisverfall der Anleihen zu führen.

Wieso steigen also mitten in der Bankenkrise Kryptowährungen im Wert?

Einerseits bieten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum den Vorteil der Dezentralisierung, was bedeutet, dass sie nicht von einer zentralen Autorität wie einer Bank kontrolliert werden. Transaktionen werden in einem dezentralen Ledger (einer Blockchain) erfasst und sind daher sicherer vor Hacks und Betrug.

Andererseits gibt es jedoch auch erhebliche Risiken bei der Verwendung von Kryptowährungen. Kryptowährungen sind anfällig für hohe Volatilität und können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Verluste erleiden. Darüber hinaus gibt es das Risiko von Cyberangriffen auf Krypto-Börsen oder Wallets, was zu einem Totalverlust der Kryptowährungen führen kann. Wenn ein Anleger beispielsweise seine privaten Schlüssel verliert oder vergisst, kann er den Zugriff auf seine Kryptowährungen verlieren und diese können nicht wiederhergestellt werden.

Banken hingegen sind in der Regel reguliert und verfügen über Sicherheitsmechanismen wie Einlagensicherungssysteme, um das Geld der Kunden zu schützen. Sie bieten auch eine breite Palette von Finanzdienstleistungen an und sind in der Lage, Kredite und Hypotheken anzubieten. Einen sicheren Hafen gegenüber dem Bankensystem stellen Kryptowährungen für Anleger also auch jetzt nicht dar, diese Rolle übernehmen weiterhin die Amerikanischen Großbanken, da Anleger zunehmend ihre Gelder von kleinen Banken zu Großbanken bringen.

Ein paar essenzielle Punkte lassen dieses Jahr den überproportionalen Anstieg des Bitcoin-Kurses erklären:

-          Umschichtungen von Altcoins zu Bitcoin: Ähnlich wie Anleger die Einlagen aus kleineren Banken zu Großbanken umschichten, verkaufen Anleger in der Kryptowelt ihre Altcoins zugunsten von Bitcoin. Daher zeigt sich Bitcoin mit einem fast 100% Preisanstieg im laufenden Jahr und ehemalige Highflyer Altcoins wie Polkadot haben sich kaum im Preis verändert.

-          Weniger Liquidität im Markt: Das durchschnittliche 30 Tage Handelsvolumen lag zu Beginn des Januar 2023 auf dem Niveau von Januar 2020 – ein sehr geringes Handelsvolumen das weniger als 10% des Handelsvolumens von Januar 2021 betrug. Bei wenig Handel werden Preise bei Kaufordern bekanntlich schnell höher taxiert, was einige institutionelle Marktteilnehmer für sich entdeckten. So liquidierte die Börse Binance beispielsweise ab Januar 2023 beginnend eine 1,1 Mrd. USD Position in ihrem Stablecoin zugunsten des Bitcoins – eine Marktmanipulationsverordnung verbietet so etwas nicht.

-          Vorbereitung auf das Bitcoin Halving: Das alle vier Jahre stattfindende Halving ist ein im Bitcoin Code festgelegter Bestandteil, bei dem die Block Rewards, die Bezahlung der Bitcoin Miner, um die Hälfte sinkt. Damit sinkt die Neuschöpfung der Bitcoins entsprechend und führt zu einem knapperen Angebot. Marktteilnehmer sehen dieses Event in der Historie als Grund für einen Preisanstieg

Zusammengefasst kann man also den Fall der Banken und den Anstieg der Kryptowährungen mit Liquiditätsengpässen begründen. Die Folgen in den zwei unterschiedlichen Systemen sind aber diametral anders.

(c) Stock

Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.



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