BLOCKCHAIN NEWSROOM - Sam Altmans Pläne für eine Weltwährung


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Blockchain Newsroom – Sam Altmans Pläne für eine Weltwährung

Alle lieben reiche und schillernde Persönlichkeiten und erst kürzlich ist ein neuer Stern am Himmel der Tech-Milliardäre, auch als Tech-Billys (von Technology Billionaire) bekannt, aufgegangen: Es handelt sich um OpenAI Gründer Sam Altman. Der 38-jährige Uni-Abbrecher Altman gründete mit 19 Jahren sein erstes Unternehmen Loopt und verkaufte dieses im Jahre 2012 für 43 Millionen USD an Green Dot. Dieser Tech Exit öffnete ihm die Türen zu ungeahnten Möglichkeiten und verschaffte ihm Kontakte zu den ganz großen Unternehmern bzw. Kapitalgebern dieser Welt. Der Verkauf bedeutete aber längst noch nicht das Ende seines Schaffens. Im aktuellen Newsletter beleuchten wir aber nicht - wie viele jetzt vielleicht denken - sein Vorzeigeprojekt ChatGPT, sondern sein Worldcoin-Projekt – ein Coin für die ganze Welt.

Hintergrund zu Worldcoin

Wie kann man jedem einzelnen Menschen eine digitale Identität zur Verfügung stellen? Diese Frage stellte sich Altman gemeinsam mit dem deutschen Physiker Alexander Blania. Die Lösung besteht darin eine biometrische Eigenschaft auf einer unveränderlichen Datenbank zu hinterlegen, von der aus die Nutzer unverfälschbare Transaktionen tätigen können. So gründeten die beiden mit starker finanzieller Unterstützung des Risikokapitalgebers Andreesen Horwitz 2019 die Worldcoin Foundation, eine gemeinnützige Organisation, mit dem Ziel das Worldcoin Netzwerk und eine globale Digitalwährung aufzubauen.

Funktionsweise von Worldcoin

Worldcoin basiert technisch auf Ethereum und nutzt eine Layer 2 Lösung, die Optimism heißt. Die Schwierigkeit besteht darin, zunächst die Iris eines Menschen zu scannen und einer Blockchain Adresse, der World ID, zuzuweisen. Hier kommt der sogenannte Orb zum Einsatz, ein dystopisch anmutender Augapfelscanner. Um keine sensiblen Daten von Nutzern zu teilen, scannt dieses technisch komplexe Gerät die Iris eines Menschen und hinterlegt sie lediglich als Computercode auf der Blockchain. Dieser „Iris-Code“ (sogenannter Hash) wird jedes Mal per Zero-Knowledge-Proof (Nullwissensbereich) mit den vorhandenen Transaktionen auf der Blockchain abgeglichen. So kann sichergestellt werden, dass die Eigenschaften einer Iris nie auf der Blockchain publiziert, aber bei Transaktionen immer abgeglichen werden. Aktuell gibt es weltweit ca. 210 Orbs und bisher haben bereits 2,1 Mio. Menschen ihre Iris in die dezentrale Datenbank eingespielt. Derzeit kann man den Iris-Scanner nur von der Worldcoin Foundation käuflich erwerben und der Besitzer eines Orbs wird für jeden erbrachten Scan in der Worldcoin eigenen Währung WLD entlohnt– quasi ein Affiliate Programm. Die Foundation plant aber die genauen Spezifikationen für den Bau eines Orbs freizugeben, um auch Dritten zu ermöglichen Orbs herzustellen. Ziel ist es, dass jeder weltweit die Möglichkeit hat einen Orb zu bauen.

Die Foundation profitiert eindeutig vom Hype um ChatGPT und erhält durch die vielen Auftritte von Sam Altman sehr viel öffentliche Präsenz. Alleine im Jahr 2023 erhielt die Foundation nochmals über 100 Mio. USD an finanzieller Unterstützung für das Wachstum und rekrutiert deshalb massiv Personal mit Blockchain Erfahrung. Glaubt man den Gründern, so ist das Ziel der Foundation nicht eine Kryptowährung mit hohen Kursgewinnen auf den Markt zu bringen, sondern von möglichst vielen Menschen die Iris zu scannen und auf der Blockchain zu speichern, um dadurch das Netzwerk zu stärken.

Vor dem Hintergrund, dass zwei Unternehmer, ein US-amerikanischer Programmierer und Investor mit einem deutschen Physiker, der an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg seinen Bachelor gemacht hat, zusammen an einer digitalen Weltwährung arbeiten, muss man sich schon Fragen was eigentlich die Zentralbanken gerade machen?

Was macht eigentlich der digitale Euro?

Der digitale Euro soll nicht auf der Blockchain Technologie basieren, sondern auf einer Datenbank, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verwaltet wird. Die Schwierigkeiten bestehen aktuell darin eine geeignete technische Infrastruktur zu schaffen. Für dieses Projekt hat die EZB im Jahr 2021 bereits einen Beraterstab von über 30 Unternehmenspartnern besetzt. Zu den Partnern gehören neben der Unternehmensberatung Accenture auch Zahlungsdienstleister wie VISA. Einen festen Termin für den Launch des Projekts gibt es aber nicht – hier hält man sich bewusst wage. Das Risiko einen technisch unvollständigen digitalen Euro auf den Markt zu bringen ist zu groß – es steht schließlich die Reputation der gesamten Währung auf dem Spiel.

Und was macht die FED?

Erst kürzlich stellte die amerikanische Zentralbank ihren eigenen Zahlungsdienst FEDnow vor, mit dem man 24/7 365 Tage im Jahr Transaktionen tätigen kann. Obwohl es bereits Zahlungssysteme gibt, mit denen Zahlungen zwischen Geschäftsbanken möglich sind, konnten bisher nur große Zahlungen von Bank zu Bank abgewickelt und nicht viele kleine einzelne Zahlungen verarbeitet werden. Mit FEDnow können nun alle amerikanischen Zentralbanken ihren Kunden Überweisungen in Echtzeit anbieten.

Auf Anfrage der Presse bestand die Zentralbank darauf, dass dies kein Vorläufer zum digitalen Dollar sei.

(c) Stock

Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.



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