AKTIEN NEWSROOM - LVMH: Mit Blockchain gegen Piraten


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LVMH setzt im Kampf gegen Produktpiraten auf die Blockchain

LVMH – diese vier Buchstaben stehen für Luxus pur. Denn LVMH ist der weltweit größte Konzern für edle und hochwertige Güter. Neben Louis Vuitton und Moët Hennessy, deren Anfangsbuchstaben dem Pariser Unternehmen den Namen geben, gehören noch zahlreiche weitere Luxusmarken zum Sortiment des Hauses. Etwa die Designermode und Nobeldüfte von Christian Dior und Kenzo. Oder die Champagner von Dom Pérignon. Und natürlich dürfen, wenn es um Luxus geht, nicht die kleinen Accessoires fehlen, die die Damen und Herren von Welt an den Fingern, um das Handgelenk oder um dem Hals tragen. Diese Kostbarkeiten gibt es bei LVMH unter anderem von Bulgari, Tiffany, Hublot, Zenith und TAG Heuer.

Knapp 45 Milliarden Euro hat LVMH im vergangenen Jahr mit seinen Waren und Marken umgesetzt und dabei fast fünf Milliarden Euro Nettogewinn eingefahren. Zwar gab der Umsatz um neun Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr nach, während der Gewinn um 1,7 Milliarden Euro schrumpfte. Offensichtlich saß auch bei der wohlhabenden LVHM-Kundschaft infolge des Ausbruchs der Corona-Pandemie und den folgenden Lockdowns der Geldbeutel nicht mehr so locker. Doch scheinen die meisten Klienten lediglich dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ gefolgt zu sein. Das belegen die sehr guten Zahlen für das erste Halbjahr 2021. Demnach legte der Umsatz um bemerkenswerte 56 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro zu. Das ist der beste Halbjahreswert in der Firmengeschichte. Aufgrund des wieder blendend laufenden Geschäfts überrascht es nicht, dass zahlreiche Analysten ihre Kursziele angehoben haben und die Aktie zum Kauf empfehlen.

Milliardenschaden durch Plagiate

Gleichwohl hat LVMH noch mit einem anderen Problem zu kämpfen – und das eigentlich schon, seit es das Unternehmen gibt. Wertvolle Waren sind seit jeher ein beliebtes Ziel von Produktfälschern. Das Internet hat das Problem noch verschärft. Experten zufolge wird der Online-Schwarzmarkt für Uhren-Plagiate und gefälschten Schmuck immer größer, das Auftreten immer dreister, die Nachahmungen immer besser. Der Luxusbranche gehen auf diese Weise jedes Jahr Milliarden von Euros verloren. Zudem leidet der Ruf. Das Internet ist zwar ein Teil des Problems, es kann aber auch zu dessen Lösung beitragen. Die Rede ist von der Blockchain.

Eine „Superwaffe“ namens Aura

LMVH hat das Potenzial der Krypto-Technologie als erstes Unternehmen der Luxusbranche erkannt und bereits 2019 die Aura Blockchain eingeführt. Sie knöpft die Identifikationsnummer eines Produkts an die Identifikationsnummer des Kunden. Durch diese Verbindung kann der Käufer die Historie seines Artikels nachverfolgen. Zudem sorgt die Technologie für einen Echtheitsnachweis innerhalb jeder Stufe der Wertschöpfungskette. Ziel von Aura ist es, so LVMH in einer Pressemitteilung, den Verbrauchern ein hohes Maß an Transparenz und Rückverfolgbarkeit während des gesamten Produktlebenszyklus zu bieten. Aber nicht nur im Kampf gegen Produktpiraten soll Aura eingesetzt werden. Ein weiteres Ziel umfasst die verantwortungsvolle Beschaffung. Verantwortungsvoll bedeutet, dass Zulieferer nicht gegen ethische und nachhaltige Prinzipien verstoßen. Dieser Aspekt wird für Verbraucher immer wichtiger.

Welch hohe Erwartungen an Aura geknüpft sind, zeigt sich durch die Beteiligung von Prada und Cartier – eigentlich Erzrivalen von LVMH – an dem Projekt. Das war im April dieses Jahres. Nunmehr hat das Konsortium mit der Branchenkennerin Daniela Ott auch eine Generalsekretärin bekommen. Otts Mission bei Aura ist es, die Blockchain für alle Marken zugänglich zu machen und bestehende Standards für die Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette voranzutreiben. Eine Beteiligung von weiteren Unternehmen an Aura ist nicht ausgeschlossen.

Auf Paris-Reise gehen und NFTs sammeln

Während es sich bei Aura um einen wichtigen Baustein in der digitalen Unternehmensstrategie von LVMH handelt, ist ein anderer Ausflug der Franzosen in das Krypto-Universum eher von spielerischer Natur. Im Rahmen des 200. Geburtstages von Firmengründer Louis Vuitton wurde Anfang August eine Spiele-App namens „Louis: The Game“ lanciert. Die Nutzer begleiten das Markenmaskottchen Vivienne auf eine Reise nach Paris. Dabei können sie 30 Non-Fungible Token (NFT) sammeln, wovon zehn Stück vom bekannten Digitalkünstler Beeple entworfen wurden. Die NFTs sind zwar als Sammlerstücke gedacht. Wenn der Preis stimmt, dürften sie allerdings schnell den Besitzer wechseln. Dass nun auch LVMH auf den NFT-Zug aufgesprungen ist, zeigt wie angesagt diese Art von Token gerade ist. Aber der Boom schafft auch Probleme. Mehr dazu in der nachfolgenden Rubrik „Meinung A.D.“..

(c) Adobe Stock

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Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.

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