BLOCKCHAIN NEWSROOM - Blockchain Bonds
Blockchain-Bonds
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Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem die Einführung elektronischer Wertpapiere möglich werden soll; zunächst ist dies auf Schuldverschreibungen begrenzt. Das ist auf der einen Seite zwingend nötig, denn der derzeitige Status quo ist ein sehr angestaubter Prozess, bei dem physische Urkunden benötigt werden und ein monopolistischer Zentralverwahrer sich die bürokratischen Vorgänge nach Belieben von den Emittenten bezahlen lässt. Hier Wettbewerb zu kreieren, ist lange, lange überfällig. Auf der anderen Seite werden dadurch – endlich – neue, noch wesentlich effizientere Wege in der Mittelstandsfinanzierung geschaffen – was auch das eigentliche Anliegen der Gesetzesinitiative ist. Denn selbst wenn die bisherigen Wege der Anleiheemission deutlich günstiger werden, hat keine der Konsortialbanken von Anleiheemissionen irgendein Interesse daran, in Zukunft weniger zu verdienen. Ein Mittelständler, der heute eine Finanzierung von bis zu 50 Millionen Euro braucht, ist hierzulande de facto auf Bankkredite angewiesen. Die Emission einer Unternehmensanleihe ist schlicht zu teuer, selbst bei eigentlich niedrigen Zinsen. Die Konsortialbanken lassen sich die Emission und hauptsächlich den Vertrieb der Anleihe gut bezahlen. Das rechnet sich für den Unternehmer nicht, wenn er zum Beispiel nur 1 bis 2 Millionen Euro für eine Zwischenfinanzierung für den Wareneinkauf braucht.
Hier wird mit dem Gesetz der Grundstein gelegt, um Firmen – insbesondere auch Start-ups – einen Weg zu ebnen, sich günstig und effizient zu finanzieren. Die Emission von zum Vertrieb zugelassenen Security Token, die formalrechtlich als Unternehmensanleihen ausgestaltet sind, wird deutlich erschwinglicher sein und für den Emittenten viele weitere Vorteile bieten: einen direkten Draht zu den Investoren, schnelle Abwicklungsprozesse und, mit Blick auf einige Start-ups, einen Wegfall kostenintensiver Vermittler. Man denke nur an die Plattformen für Crowdfunding oder Peer-to-Peer-Kredite. Das alles könnte abgelöst und wesentlich verbessert werden, und zwar durch vollelektronische Plattformen für den Handel und Erwerb von Security Token.
Dass Schuldscheindarlehen via Blockchain sogar schon heute möglich sind, hat im März die Daimler AG bewiesen. Zusammen mit der LBBW wurde ein zweijähriges Schuldscheindarlehen in Höhe von 25 Millionen Euro platziert und vollelektronisch emittiert und ausgegeben. Ohne Parallelprozesse in Papierform. Schon an Laufzeit und Volumen erkennt man, dass es eine Privatplatzierung war und das Ganze für Daimler noch als Test gesehen wird. Doch wenn das „Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG)“ verabschiedet wird, werden viele Transaktionen – auch in ganz anderen Größenordnungen – folgen.
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Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.