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MicroStrategy: Milliarden-Wette auf den Bitcoin
Was haben der E-Auto-Bauer Tesla, der Payment-Spezialist Square und der Softwarehersteller MicroStrategy gemein? Auf den ersten Blick nicht viel, allerdings offenbart ein genauer Blick in die Bücher dann doch einen entscheidenden Berührungspunkt: Alle drei Unternehmen sind massiv in Bitcoin investiert.
Schon beinahe exzessive Züge nehmen die Investments in die Cyber-Devise bei MicroStrategy an. Das Unternehmen hielt bis vor kurzem 92.079 Bitcoins, was bei einem Kurs von 35.000 Dollar einem Gegenwert von 3,2 Milliarden Dollar entspricht. Dass der bekennende Krypotanhänger und CEO von MicroStrategy, Michael J. Saylor, damit aber längst nicht am Ende seiner Pläne ist, bewies er nun im Juni dieses Jahres. Das Unternehmen sammelte mit einer Junk-Bond-Emission knapp eine halbe Milliarde Dollar ein, um weitere Bitcoins zu kaufen.
Gesagt, getan: MicroStrategy erwarb nun weitere 13.005 Coins, was den Gesamtbestand auf 105.084 Bitcoins trieb. Damit entfallen rund zwei Drittel der aktuellen Marktkapitalisierung der Firma auf das Kryptoinvestment. Mit anderen Worten: das operative Geschäft, also der Verkauf von Analytics- und Business Intelligence-Software, wird nur noch mit einem Umsatzmultiple von weniger als vier bewertet. Folglich ist mit diesem Deal die Abhängigkeit von der Kryptowährung nun noch mal deutlich gestiegen und die Leistungen im operativen Geschäft drohen zur Randnotiz zur werden.
Weiter auf der Käuferseite
Investoren scheint die hohe Abhängigkeit vom Bitcoin vorsichtig werden zu lassen. Seit dem Höchstkurs im Februar hat sich die MicroStrategy-Aktie nahezu halbiert. Bitcoin-Enthusiast Saylor lässt sich dadurch aber nicht aus dem Takt bringen. Er ist davon überzeugt, dass Bitcoin als die am weitesten verbreitete Kryptowährung der Welt als zuverlässiges Wertaufbewahrungsmittel dienen kann. Daher darf es seiner Ansicht nach auch noch etwas mehr sein: Egal, ob überschüssiges Bargeld oder Schuldtitel, der 56-jährige hat bereits Anfang des Jahres klar gemacht, weiterhin Bitcoins erwerben zu wollen. So möchte Saylor als nächstes bis zu einer Milliarde Dollar seiner Stammaktien verkaufen und einen Teil des Nettoerlöses für den Kauf der Cyber-Devise verwenden. Dazu wurde bei der Börsenaufsicht SEC eine Registrierungserklärung eingereicht, um das Angebot am Markt zu starten.
Es braucht schon viel Mut, sich 500 Millionen Dollar zu borgen und auch noch eigene Aktien zu verkaufen, nur um mehr von dem hochvolatilen Bitcoin zu kaufen. Auch wenn laut Saylor das „digitale Gold“ ein Verkaufsargument für die Software von MicroStrategy sein soll, ist der Erfolg der Aktie nun überwiegend an den Kursverlauf des Bitcoin gekoppelt. Das bleibt auch nicht ohne Auswirkungen auf das Unternehmen: Im zweiten Quartal dürfte aufgrund des Kursrückgangs beim Bitcoin eine Wertminderung auf die Bestände von mindestens 285 Millionen US-Dollar fällig werden. Das entspricht einem Vielfachen dessen, was das Unternehmen jemals in einem Quartal als Gewinn ausweisen konnte.
Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.