BLOCKCHAIN NEWSROOM - Die neue Wunderwaffe gegen Cybercrime?
Blockchain: Die neue Wunderwaffe gegen Cybercrime?
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Es ist ein trauriges Faktum: Seit es die moderne Informationstechnologie gibt, gibt es Menschen die versuchen, die digitalen Infrastrukturen für Straftaten auszunutzen. Und viel zu oft ist diesen Cyber-Kriminellen leider Erfolg beschert. Beispielsweise sorgte zuletzt die weltweite Attacke der Hackergruppe „REvil“ für Schlagzeilen. Der spektakuläre Angriff hat Tausende Firmen lahmgelegt. Dabei ist dieser Fall nur die Spitze des Eisbergs. Welch enormer Schaden durch Cyber-Crime angerichtet wird, zeigt der „Internet Crime Report 2020“ der US-Ermittlungsbehörde FBI. Demnach erhöhte sich die Schadenssumme durch Internetkriminalität allein in den USA im vergangenen Jahr um 69 Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar. Das umfasst allerdings nur die registrierten Fälle, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.
Neue Sicherheitskonzepte sind gefragt
Ob Identitätsdiebstahl, Erpressung, Datenklau oder Spionage – der „Werkzeugkoffer“ der Cyber-Gangster ist prall gefüllt. Und niemand ist vor ihren Machenschaften sicher – seien es Privatpersonen, Behörden, Regierungen, Unternehmen oder Bankkonzerne. Der Trend zum Homeoffice sowie die zunehmende Vernetzung der Dinge (IoT) dürfte die Entwicklung noch verstärken. Umso wichtiger ist es, den Hackern entschieden mit neuen Konzepten bei der IT-, Daten- und Internetsicherheit entgegenzutreten. Dabei kann die Blockchain eine wichtige Rolle spielen. Auf den ersten Blick mag das paradox erscheinen. Immerhin gehört der Bitcoin, der ja ein Kind der Blockchain ist, zu den beliebtesten Lösegeld-Währungen von Hackern und Internet-Erpressern. Auch das Lösegeld in Höhe von 70 Millionen US-Dollar, das die Hacker-Gruppe „REvil“ forderte, sollte in der Cyber-Devise ausgezahlt werden.
Gleichwohl ist es die Blockchain-Technologie, die Internetkriminellen das Leben schwer machen kann. Ihr unschlagbarer Vorteil liegt in ihrer Fähigkeit zur Dezentralisierung. Durch Dezentralisierung über das Peer-to-Peer-Netzwerk wird Hackern der einzelne Zielpunkt genommen. Infolgedessen wird es nahezu unmöglich, Systeme oder Sites zu infiltrieren, deren Zugriffskontrolle, Datenspeicherung und Netzwerkverkehr nicht mehr an einem einzigen Ort gebunden sind. Dazu zwei Beispiele: Die Blockchain lässt sich verwenden, um die Integrität von Software-Downloads sicherzustellen und damit ungewolltes fremdes Eindringen verhindern. Beim Private Messaging könnte die Blockchain wiederum eingesetzt, um ein Standard-Sicherheitsprotokoll zu erstellen und damit die derzeit gängige, aber anfällige End-to-End-Verschlüsselung abzulösen. Vor diesem Hintergrund hat die Blockchain durchaus das Potenzial sich zu einem Abwehrbollwerk gegen Cyber-Crime zu entwickeln.
Banken sind eine begehrte Beute
Insbesondere der Finanz- und Bankensektor könnte nach Expertenmeinung mit der Blockchain seine IT-Sicherheitsstandards entscheidend verbessern. Hochsensible Daten in Kombination mit veralteten und zentralisierten Cybersicherheitsprotokollen machen Banken zu besonders beliebten Angriffszielen von Hackern. So waren im Jahr 2020 rund zwölf Prozent der weltweit beobachteten Webangriffe gegen die Finanzbranche gerichtet. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) – eine dem US-Finanzministerium unterstellte Behörde – schlägt in seinem Jahresbericht daher ein mehrschichtiges Sicherheitsprotokoll vor, um Risiken zu dezentralisieren. Genau das ist es, was die Blockchain leisten kann. Einige große Institute scheinen das Potenzial erkannt zu haben. JP Morgan etwa. Die größte Bank der USA war 2014 selbst Opfer eines großangelegten Datenklaus, obwohl das Institut jährlich rund 600 Millionen US-Dollar für die IT-Sicherheit ausgibt. Solche Summen machen nachdenklich und haben offensichtlich auch Jamie Dimon, CEO von JP Morgan, dazu veranlasst, sich über effizientere Sicherheitssysteme Gedanken zu machen. Zumindest hat Dimon, der eigentlich als Kritiker von Kryptowährungen wie den Bitcoin bekannt ist, unlängst erklärt, dass sein Institut prüfen will, wie die Blockchain für eine Verbesserung der Cybersicherheit im eigenen Haus nutzbar gemacht werden kann.
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Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.