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Blockchain-Wahlen


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AP, Associated Press, hat bei der Präsidentschaftswahl in den USA vorige Woche die Wahlergebnisse veröffentlicht. Das ist bei Präsidentschaftswahlen gang und gäbe. Seit 1848. Aber dieses Jahr war eine besondere Wahl, und zwar nicht nur wegen der Rekordwahlbeteiligung, den Rekordbudgets der beiden Kontrahenten und den ganzen anderen Superlativen rund um die Wahl, sondern auch weil AP das erste Mal in der Geschichte der USA die Wahlergebnisse mittels der Blockchain verbreitet hat.     

Und noch etwas war dieses Mal neu: Das erste Mal überhaupt konnte bei der Wahl für den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika auch über eine App gewählt werden. Das ging nur in einigen wenigen Staaten und teilweise auch nur für bestimmte Nutzergruppen, z. B. Militärangehörige, die sich zum Wahlzeitpunkt im Ausland befunden haben. Aber im Bundesstaat Utah beispielsweise konnten sich auch normale Bürger für diese Form der Stimmabgabe registrieren und dann über eine App der Firma Voatz ihre Stimme abgeben. Diese App, deren dahinterstehende Technik auf der Blockchain basiert, kam schon bei diversen lokalen Wahlen zum Einsatz und West Virginia hat sie sogar bereits bei den Mid-Term Elections vor zwei Jahren genutzt, um Soldaten im Ausland die Möglichkeit zu geben, „wählen zu gehen“.   

Das Ergebnis: große Akzeptanz bei den Nutzern und ein fälschungssicheres Wahlergebnis. Ein generell sehr demokratischer Nebeneffekt von Wahlen via Smartphone: die Erhöhung der Wahlbeteiligung, wobei die erhöhte Wahlbeteiligung der Präsidentschaftswahl dieses Jahr sicherlich nicht primär auf die Nutzung einer Wahl-App in Utah zurückzuführen ist. Aber mehrere Erhebungen zeigen, dass die Wahlbeteiligung bei Einsatz von Online-Wahlmöglichkeiten grundsätzlich steigt. 

Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass in der Vergangenheit auch schon versucht wurde, die Wahlsoftware von Voatz zu hacken und/oder zu manipulieren. Allerdings hat es bisher niemand geschafft, die App oder gar die dahinterstehende Blockchain zu knacken. Die letzte große Attacke auf die Solution von Voatz wurde 2018 bei den Mid-Term Elections gestartet. Sowohl Voatz als auch die Wahlleiter in West Virginia stellten fest, dass der Versuch, die App zu hacken, nicht mal ansatzweise in die Nähe eines Erfolges gekommen sei.

In Estland, einem Land, das sich mit Hackerangriffen – insbesondere denen aus Russland – besonders gut auskennt, gibt es schon lange Onlinewahlen. Diese beruhen zwar nicht auf der Blockchain, aber die elektronische ID eines jeden (wahlberechtigten) Bürgers basiert auf Distributed-Ledger-Technologien. Und diese digitale ID ist der Schlüssel zu einer möglichst sicheren Onlinewahl. Fast ein Drittel der Wahlberechtigten in Estland wählen per App, und der für Datensicherheit verantwortliche Minister Tõnu Tammer fasste das Thema Sicherheit einmal für die Tagesschau prägnant zusammen: „Wenn wir uns einige der Wahlen anschauen, die in den vergangenen Jahren stattgefunden haben … dann sehen wir, dass es eine Beeinflussung von außen gibt. Aber sie hat nichts mit Hacking zu tun, sondern nimmt durch soziale Netzwerke das Denken der Wähler ins Visier.“

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Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.



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