MEINUNG A.D. - Gegen den Stream schwimmen


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Fernseh- und Medienunternehmen können die Blockchain-Technologie für Werbung, Vertrieb, Inhaltsentwicklung und Überprüfung nutzen. Ob es um verbesserte Sicherheit, den Schutz der Privatsphäre der Kunden oder mehr Flexibilität geht, das Ziel ist dasselbe: die Beseitigung oder zumindest die Reduzierung des "Mittelsmannes".

Auf der Vertriebsseite glauben einige Experten, dass Blockchain den "ultimativen Mittelsmann", das Pay-TV (Kabel und Satellit), ausschalten wird. Ob dies der Fall sein wird, ist umstritten, aber im Moment hoffen die Medienunternehmen auf das Protokoll, um die grassierende digitale Piraterie zu bekämpfen. "Ich glaube, dass ein großer Teil der Piraterie auf Schwierigkeiten bei den legitimen Vertriebsmechanismen zurückzuführen ist", sagt Phil Gomes, Leiter der Blockchain-Abteilung bei Edelman. Die Blockchain-Technologie kann helfen, Inhalte leichter zu monetarisieren und mit Piraten zu konkurrieren."

Medienkonzerne wollen, dass Blockchain die Bezahlung von Rechten sichert. Die Open Music Initiative zum Beispiel hat über 200 Mitglieder, darunter Sony Music, Warner, YouTube, Netflix und Spotify, und will die Zahlung von Tantiemen verbessern. Für Künstler, Unternehmer und Musikunternehmen gleichermaßen hat die OMI angekündigt, dass sie die Nutzung der Blockchain erforscht, um "die Art und Weise, wie Musikrechteinhaber identifiziert und entschädigt werden, radikal zu vereinfachen".

Ein der größten Siege gegen die Piraterie haben wir bisher Netflix zu verdanken, das Kunden weltweit erlaubt allen Content mit einer einzigen monatlichen Gebühr komfortabel und ohne komplizierte Internetprotokolle zu streamen. Nachweislich sind in den ersten Jahren von Netflix Internet Streaming Angebot, die Aktivität in Online Sharing Netzwerken drastisch gesunken. Wenn man sieht, dass es inzwischen 5 Streaming Abos benötigt, um deutschen Fußball zu schauen und Portale existieren, die einen Überblick geben welche Lizenz für welche Fernsehserie oder die Übertragung eines Fußballspiels bei welchem Streaminganbieter liegt, kann man verstehen, dass es Kunden mittlerweile wieder zu kompliziert geworden ist und die Aktivitäten in Online Sharing Netzwerken wieder stark zugenommen haben.

Es muss dringend ein Umdenken bei der Lizenzierung digitaler Inhalte stattfinden, denn was Lizenzinhaber wohl vergessen haben die heiligen wiederkehrenden Umsätze (recurring Revenue) gibt es nur, wenn das Abo nicht gekündigt wird.

Ihr Axel Daffner


Axel Daffner


„A.D.“ steht für zwei Dinge: Zum einen für Axel Daffner als Autor, zum anderen für „außer Dienst“, denn es ist meine private Meinung, die nicht notwendigerweise kongruent sein muss, mit der Meinung, die ich als einer der Geschäftsführer von Pegasos Capital vertrete. Dieser Artikel stellt Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.


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