AKTIEN NEWSROOM - ASML: Der Holländer, der fliegt
Aktien Newsroom: ASML: Der Holländer, der fliegt
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ASML wurde 1984 in Veldhoven, Niederlande, gegründet und war ursprünglich ein Joint Venture zwischen dem niederländischen Elektronikriesen Philips und dem Unternehmen Advanced Semiconductor Materials International (ASMI). Die Gründung erfolgte in einer Zeit, in der die Halbleiterindustrie weltweit wuchs und immer komplexere Technologien benötigte, um die steigende Nachfrage nach leistungsfähigeren Mikrochips zu decken.
In den frühen Jahren konzentrierte sich ASML auf die Entwicklung von Lithografiesystemen, die zur Herstellung von Halbleitern benötigt werden. Lithografie ist ein kritischer Prozessschritt in der Chipproduktion, bei dem feine Strukturen auf Siliziumscheiben, den sogenannten Wafern, erzeugt werden. Diese Strukturen bestimmen die Funktion und Leistung der fertigen Chips. ASMLs erster Lithografieschritt war die Produktion von Maschinen, die optische Linsen und Lichtquellen nutzten, um diese Strukturen zu erzeugen.
In den 1990er Jahren expandierte ASML durch strategische Partnerschaften und Akquisitionen. Ein bedeutender Meilenstein war der Börsengang an der Amsterdamer Börse im Jahr 1995, der ASML die notwendigen finanziellen Mittel zur weiteren Expansion verschaffte. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, sich auf die Forschung und Entwicklung neuer Technologien zu konzentrieren, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.
Eine der wichtigsten Entwicklungen in der Geschichte von ASML war die Einführung der sogenannten Deep Ultraviolet Lithography (DUV) in den späten 1990er Jahren. Diese Technologie ermöglichte es, noch kleinere Strukturen auf Chips zu drucken und trug maßgeblich zur Miniaturisierung und Leistungssteigerung in der Halbleiterindustrie bei.
Der Durchbruch für ASML kam jedoch mit der Entwicklung der Extreme Ultraviolet Lithography (EUV). Diese Technologie, an der ASML seit den frühen 2000er Jahren arbeitete, verwendet extrem kurzwelliges UV-Licht, um die winzigen Transistoren und Leitungen auf Halbleiterchips zu erzeugen. EUV war eine technologische Revolution, die es der Industrie ermöglichte, den sogenannten „Moore'schen Gesetz“ weiter zu folgen, das die Verdopplung der Transistordichte auf Chips alle zwei Jahre postuliert.
Die Entwicklung der EUV-Technologie war jedoch extrem kostspielig und risikoreich. ASML investierte Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, und das Unternehmen konnte diese Investitionen nur durch starke Unterstützung von Partnern wie Intel, TSMC und Samsung bewältigen, die Anteile an ASML erwarben, um die Weiterentwicklung der Technologie zu sichern.
Im Wettbewerb stand ASML stets mit japanischen Unternehmen wie Nikon und Canon, die in den frühen Jahren der Lithografie führend waren. Nikon und Canon dominierten den Markt für Lithografie-Maschinen in den 1980er und 1990er Jahren. Doch durch die kontinuierlichen technologischen Innovationen und die strategische Fokussierung auf EUV konnte ASML seine Wettbewerbsposition stärken und schließlich eine marktbeherrschende Stellung einnehmen. Heute ist ASML der unangefochtene Marktführer in der Halbleiterlithografie, insbesondere im Bereich der fortschrittlichen EUV-Technologie.
ASMLs Erfolgsgeschichte ist auch ein Beispiel für die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Kapitalmärkten in Europa. Durch kontinuierliche Innovation und die Bereitschaft, hohe Risiken einzugehen, hat sich das Unternehmen an die Spitze einer globalen Hochtechnologiebranche gesetzt und ist heute ein zentraler Akteur in der Wertschöpfungskette der digitalen Revolution.
Der ART Transformer Equities ist derzeit mit 2,68% des Fondsvolumens in ASML investiert.
Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.